Gestern wollte ich zum ersten Mal allein Taxi fahren. Nein, ich wollte nicht, ich musste. Also ging ich aus dem Werk über die 8-spurige Straße, was allein schon Nervenkitzel bedeutet, und hielt meinen Arm raus. Es dauerte auch nicht lang und ein Taxifahrer hielt. Ich hielt ihm brav meine Karte vom Hotel hin. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er das wirklich lesen konnte, aber er nickte und fuhr los. Ich hatte ein komisches Gefühl in der Magengegend. Nach über 30 Minuten hielt er mal an und murmelte etwas. Ich weiß nicht wo ich war, aber nicht am Hotel. Also klingelte ich Markus an. Er ging nicht ran. Ich rief im Hotel an. Dort ging eine nette Dame ran, die kein Englisch verstand und mich in die Warteschleife hing. Ich war verzweifelt. Im Hotel saß Lisa mit ihrer Ayi, die nach Hause wollte. Ich rief nochmal Markus an. Ich hatte mehr Glück. Ich erklärte ihm mein Problem, er gab das Telefon an eine chinesische Kollegin und die erklärte dem Taxifahrer wo er hin muss. Gott sei Dank. Ich war schon in großer Panik. Und wieder ging die Fahrt los in der schlimmsten rush hour. Die nächsten 30 Minuten vergingen und endlich standen wir vor dem Hotel. Wenigstens leisten kann man sich das Ganze hier. Die einstündige Fahrt durch die halbe Stadt hat umgerechnet vier Euro gekostet. Lisa ging es auch gut. Sie fühlt sich so wohl bei der Ayi. So schlimm war das Ganze dann gar nicht. Ich war aber mit den Nerven. Markus kam dann auch schon kurz nach mir rein. Lisa war so müde, dass sie nach dem Essen sofort ins Bett fiel. Sie hat auch einigermaßen durchgeschlafen. Gegen drei Uhr wollte sie nur zu uns ins Bett. Damit können wir leben. Sie hat sich sofort hingelegt und weitergeschlafen. Super.
Heute bin ich nun auch mit dem Taxi ins Werk gefahren. Das dauert ca. eine halbe Stunde. Dieses Mal hat alles geklappt. Die Kollegen schauen nur ein bisschen komisch, weil es hier eigentlich keine Gleitzeit gibt. Alle Kollegen kommen mit dem Bus und fangen dadurch alle 8.30 Uhr an und bleiben bis 17.30 Uhr. Das ist schon eine Umstellung für die Gleitzeit-verwöhnten Deutschen. Ich muss meinen Kollegen hier dann auch in den nächsten Tagen erklären warum ich immer so unterschiedlich komme. Ich hoffe, dass sie Verständnis dafür haben werden.
Mittwoch, 13. Januar 2010
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...i would have freaked out...:)
AntwortenLöschenschön,dass es dann doch noch gut ausgegangen ist...:)