Mittwoch, 27. Januar 2010

Angekommen, 2010-01-26

Heute Morgen nach dem Aufwachen habe ich mich zum ersten Mal angekommen gefühlt. Ich habe in Ruhe geduscht und Lisa hat noch bei uns im Bett geschlummert. Ich habe es mit Humor genommen, dass das Frühstück 10 Minuten zu spät aufs Zimmer gekommen ist. Es war irgendwie in Ordnung. Ich habe es nicht anders erwartet. Für Lisa ist das Essen auf dem Zimmer irgendwie besser. Sie wird nicht so abgelenkt. Das werde ich jetzt jeden Morgen machen. Ist einfach bequemer. Auch wenn man sich natürlich mit der Auswahl einschränkt. Lisas Ayi kam um halb neun. Lisa war erst nicht so glücklich als sie merkte, dass heute wieder ein Kindergartentag ist, aber nach fünf Minuten hat sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden und ist zur Ayi gelaufen. Ich konnte also gemütlich zur Arbeit fahren.


Der Taxifahrer ist ganz souverän losgefahren und nach fünf Minuten versuchte er ein Gespräch mit mir zu führen. Mit Händen und Füßen hat er mir zu verstehen gegeben, dass er nicht weiß wo er hin muss. Er fuhr trotzdem weiter und telefonierte. Ich glaube, er hat sich den Weg erklären lassen. Auch das habe ich heute früh mit Humor genommen. Ich glaube, dass ist ein Zeichen das ich angekommen bin. Ich habe mich mit meinem Schicksal abgefunden. Nein, ich fühle mich eigentlich ganz wohl hier. Wir führen hier ein schönes Leben und das Wetter ist hier auch besser als in Deutschland. Die Chinesen sind von sich aus eigentlich auch ein nettes Völkchen. Das die Taxifahrer die Ausländer immer bescheißen wollen, muss man eben sportlich nehmen. Dafür handelt man beim Taschenkauf und freut sich über 50 Prozent Rabatt. Was soll es? Nur Autofahren lassen dürfen sie mich nicht. Ich glaube, da würde ich zum Chinahasser werden. Das ist wirklich der Wahnsinn und fasziniert mich jeden Tag. Auf einer vierspurigen Straße stehen die Autos in 7 Reihen nebeneinander. Sie fahren bis auf 5 Zentimeter auf. Wenn es grün wird, sind sie aber alle plötzlich rücksichtsvoll. Keiner fährt und alle hupen. Irre. Viele Unfälle habe ich noch nicht gesehen, obwohl laut Statistik die Zahl der Verkehrstoten hier sehr hoch ist. Am Gefährdetsten sind die Fußgänger und Radfahrer. Die laufen und fahren aber auch manchmal als ob es nur sie auf der Straße gäbe und sie keine „Feinde“ hätten. Und noch was ist faszinierend. Sobald es dunkel wird machen die Busse und 7,5 Tonner ihr Licht aus. Das macht es dann so richtig spannend. Brauchen die Chinesen den Nervenkitzel auf der Straße? Ich glaube ja.

1 Kommentar:

  1. Moin!
    Was hat sich eigentlich bzgl. Ayi ergeben? Habt ihr die erste wieder oder doch die neue?
    Die Fotos sind sehr beeindruckend; Für uns als Europäer halt auch was besonderes, diese Massen von Asiaten in ihren überdimensionierten Einkaufszentren zu sehen... ;-)
    Was die allgemeine Verkehrslage betrifft: Ich bin ja mal gespannt, wie lange ihr es aushaltet, ohne zumindest eine kurze Fahrt hinter dem Steuer ausprobiert zu haben...

    Alles Gute,
    Olli.

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