Dienstag, 5. Oktober 2010

Great Wall

Seit gestern Nachmittag sind wir in Peking. Auf den ersten Blick eine schöne Stadt. Wir waren gestern noch ein bißchen spazieren und bei einem Italiener essen. Die Nudeln sahen nur schön aus und haben nicht wirklich geschmeckt. Wir werden also einfach nicht nochmal hingehen. Gestern abend haben wir uns dann noch mit Jochen zu einer Tagestour zur Great Wall verabredet. Wir haben einfach einen Taxifahrer gefragt, ob er uns hinfährt. Es ist ca. eine Stunde Autofahrt. Das Umland von Peking ist wirklich wunderschön und es lässt noch so viel von diesem riesigen Land erahnen. Es gibt mehrere Stellen an denen man die Mauer erklimmen kann. Irgendwie haben sich aber wieder alle Chinesen verabredet und waren an der gleichen Stelle wie wir ;-) Ihr werdet es auf den Bildern sehen, wir waren wirklich nicht allein. Die Mauer ist ein atemberaubendes Bauwerk. Es ist unvorstellbar das die Chinesen schon vor Christus dieses Bauwerk begonnen haben. Allein auf die Idee zu kommen und das dann in die Tat umzusetzen. Es ist wirklich ein Muss dort gewesen zu sein.

Lisa fand die Mauer toll. Es ging so steil nach oben und sie lief und lief und lief. Unfassbar. Auf dem Rückweg ist sie im Auto tief und fest eingeschlafen. Wir haben uns vom Taxifahrer direkt beim Starbucks rausschmeissen lassen und haben einen Supermarkt gefunden, der sehr viele europäische Sachen verkauft. Dort haben wir Smarties, Cornys und Tempos geshoppt. Da fühlt man sich plötzlich wie als ob Weihnachten wäre.

Gerade waren wir noch schwimmen und jetzt warten wir auf unser Abendessen. Wir haben keine Lust auch nur noch einen Schritt vor die Hotelzimmertür zu machen und werden zeitig ins Bett gehen. Morgen früh sind wir mit Freunden aus Shenyang verabredet und Nachmittags mit meiner Tante aus Berlin. Ja aus Berlin. Die Beiden sind gerade in China und auch zufällig in Peking. Das Land ist doch nicht so groß, wenn man sich so einfach über den Weg laufen kann.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Dies und jenes der letzten Tage

Wo fange ich an und wo höre ich auf? Ich schiebe gerade einen ganz schönen Chinafrust vor mir her. Im Moment sind alle gegen uns. Es fing alles mit den Typen von der relocation Firma an. Der kam letzten Freitag ins Büro und wollte unsere Unterlagen für die Entzollung unseres Containers abholen. Die Teamassistentin vom Werksleiter hatte diese Dokumente alle vorbereitet, aber war am Freitag leider nicht im Büro. Es gab natürlich auch keine Vertretung und das Büro war abgeschlossen. Ich war dem ersten Heulkrampf nahe. Dann haben wir das ganze Büro verrückt gemacht. Eine nette Assistentin wollte sogar einen Stempel für uns fälschen. Finde ich ja sehr nett, aber sagt auch alles über diese wahnsinnige Stempelkultur hier aus. Man könnte hier wirklich die Wirtschaft lahm legen, wenn es keine rote Stempelfarbe mehr in China gibt. Und das meine ich ernst. Über mehrere Abteilungen hinweg haben wir es dann endlich geschafft jemanden zu finden, der einen Schlüssel zum Büro des Werksleiters hatte und das Büro aufschloss. Unsere Unterlagen lagen ganz oben und mit viel Stolz übergaben wir sie diesem Typen. Was machte der? Er holte wirklich noch ein Formular heraus und sagte, hier bräuchte er auch noch einen Companystempel. Das war der Zeitpunkt an dem ich gehen musste. Ich hätte dort sonst jemanden umgebracht. Einen Companystempel? Was glaubt er was das ist? Das ist das Hochheiligste in diesem Unternehmen. Erstens darf nicht jeder damit stempeln. Dafür muss man in diese erlauchte Riege aufgenommen werden. Dann gibt es feste Stempelzeiten und man muss auch noch für jedes gestempelte Dokument ein Formular ausfüllen. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob das auch abgestempelt werden muss. Aber bestimmt. Na ja, es ist wie es ist. Unser Container bleibt noch ein bißchen länger im Containerhafen stehen und wir bleiben noch ein bißchen länger im Hotel wohnen *heul*


Aus lauter Frust, werden wir nun morgen nach Peking fliegen und uns die Stadt anschauen. Ist ja auch nett, oder?

Letzten Samstag sollte unsere Couch geliefert werden. Markus war ab 13 Uhr in unserem leeren neuen Heim und arbeitete. Ich fuhr mit Lisa später nach. Kurz vor 17 Uhr riefen wir mal Morrison an und fragten, ob sich das Möbelhaus bei ihm gemeldet hat. Er sagte, ja vor ein paar Minuten. Unsere Couch sei nicht bei der Lieferung dabei gewesen und sie kommen heute nicht mehr. Unfassbar. Aber leider kann man es auch nicht ändern.

Am Freitagabend habe ich dem Supermarkt um die Ecke noch einen Besuch abgestattet. Dort waren gefühlt, wieder alle des Viertels einkaufen. Es war 20 Uhr, an einem Feiertag und der Laden war voll. Unglaublich. Ich hatte die Foo Fighters auf den Ohren und machte mein Ding. An der Kasse angelangt, war es kaum zu glauben. Drei Kassen für 100 Kunden. Zuerst war es noch eine Schlange und dann war es ein Pulk. Meine erste SMS an Markus war ungefähr so: „Es dauert länger. Hier ist die Hölle los und ich bin kein geübter Kassendrängler.“. Die zweite SMS war „Die Foo Fighters retten hier einigen Chinesen das Leben und bewahren mich vor dem Knast ;-)“. Die dritte SMS „Böse gucken bei meiner Größe, scheint doch zu wirken.“. Und das Ende der Geschichte…ich habe ungefähr 20 Minuten an der Kasse gestanden - Ich glaube beim Marktkauf bekommt man dafür 5 Euro, oder? – und alle Chinesen leben noch.

Ach, und zu guter Letzt. Mein Pass ist auch wieder aufgetaucht. Der lag an der Hotelrezeption und sie haben sich einfach mal nicht verantwortlich gefühlt mir mal Bescheid zu geben. So ist das eben. Ruhe und Gelassenheit braucht man in diesem Land mit seinen Bewohnern.

Donnerstag, 23. September 2010

Und immer weiter so...

Hallo ihr Lieben, ja bei uns ist so ein bisschen Alltag eingekehrt. Wir kämpfen jeden Tag mit kleinen chinesischen Problemen. Zumindest haben wir uns jetzt ein weiteres Auto erstritten was uns eine Menge Mobilität gibt. Ich habe keine Aufenthaltserlaubnis bekommen, weil die Behörden die Regelung geändert haben. Man kann eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung nur mit einem in einem anderen Land ausgestelltem Visum bekommen. Mein letztes Visum ist aber hier vor Ort ausgestellt worden. Na ja, nun muss ich das in Deutschland erledigen. Glücklicherweise fliegen wir ja im Oktober nach Hause. Die Flugbuchung war auch ein großes Problem. Wir sind gerade in so einem schwebenden Status hier. Wir sind nicht mehr als Support hier, aber als Expats auch noch nicht so richtig angekommen. Angeblich gibt es noch keine Bestätigung von unseren Chefs. Aus diesem Grund konnten unsere Heimflüge auch noch nicht gebucht werden. Am Wochenende wollte ich nochmal nach der Verfügbarkeit schauen und ich konnte keine freien Flüge mehr finden. Ich bekam Panik. Einen Tag später standen wir hier beim Personalchef und haben mal mit der Faust auf den Tisch gehauen. Das Ergebnis war, dass seine Sekretärin die Flüge erst mal so gebucht hat. Außerdem haben wir endlich die Schlüssel für unser Häuschen bekommen und warten nun noch sehnsüchtiger auf unseren Container. Gestern haben wir schon mal ein paar Sachen aus dem Hotel hingebracht. Nun steht eine Kiste im Wohnzimmer und wir haben damit gezeigt „Das ist jetzt unser neues Heim.“ Wir können es wirklich kaum erwarten.


Was gibt es noch…für mich wichtig ist, dass mein Pass verschollen ist. Es ist wirklich unglaublich, dass hier bei BBA eine Praktikantin zuständig ist für die ganzen Visageschichten. Ich hatte ja kein Dauervisum bekommen also musste ein anderer Weg gefunden werden. Dafür wollte sie meinen Pass. Na ja, und nun hatte sie ihren letzten Tag und als ich sie nach meinem Pass fragte, sagte sie, sie wisse nicht wo der ist. Immer mit der Ruhe. Irgendwo wird der schon sein. Ich werde berichten.

An alle Materialsteuerer, die das hier lesen: Hier wird dringend ein Materialsteuerer für den 8er Bereich gesucht, für zwei Jahre. Meldet euch mal, wenn ihr euch wirklich vorstellen könntet, hierher zu kommen.

Donnerstag, 26. August 2010

Lebenszeichen...

…aus China von uns. Wir haben es geschafft und sind wieder in Shenyang aufgeschlagen. Die Zeit in Deutschland ist viel zu schnell vergangen. Der Abschied ist mir sehr schwer gefallen. Es ist doch etwas anderes, wenn man sich plötzlich für zwei Jahre verabschiedet.

Das Containerpacken war die Hölle. Das ist wirklich wie einmal abgebrannt. Fremde Menschen packen die privaten Sachen und verursachen ein großes Chaos. Über 140 Kisten wurden gepackt und in den Container verladen. Die Bilder kommen noch.

Hier in Shenyang angekommen, haben sich die Ereignisse überholt. Die erste Geschichte war, dass das Hotel unser zweites Zimmer vermietet hatte. Allein schon alle Sachen in einem Zimmer zu haben…da kommt man sich vor wie ein Zigeuner. Als wir dann schlafen gehen wollten, sind wir zu dritt im Schlafanzug über den Hotelflur in ein anderes Zimmer geschlichen. Verrückt. Der zweite Tag wurde aber nicht besser. Aus den Emails, die uns im Urlaub erreicht haben, waren wir ja vorgewarnt. Während unserer Abwesenheit hat es in Shenyang sehr viel geregnet und die Luftfeuchtigkeit war über Tage hinweg sehr hoch. Im Kindergarten begann das Gebäude zu schimmeln. Die Luft muss unerträglich gewesen sein. Alle deutschen Kinder wurden herausgenommen und im Haus von Kollegen betreut. Dorthin haben wir uns also begeben und auf den Stand bringen lassen. Die Personalabteilung führte mehrere Gespräche mit dem Kindergartenmanagement Gespräche, aber die Chinesen finden Schimmel nicht so gesundheitsgefährdend. Die Familien hier vor Ort machten sich also auf die Suche nach einem anderen Kindergarten. Dort sind wir sofort hingefahren und haben uns das angeschaut. Das ist ein ganz neues Gebäude, die Erzieher sind englische Muttersprachler und das Konzept hat uns überzeugt. Die Umgebung ist vielleicht nicht so schön, weil das Gebäude von Hochhäusern umgeben ist, aber wir denken, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Ab 01.09. wird Lisa dort hingehen.

Am Sonntag wollten wir eine Couch kaufen. Keiner in diesem Möbelhaus sprach Englisch. Also riefen wir Morrison an und baten ihn um Hilfe. Er kam am Montag und Markus fuhr mit ihm nochmal zum Möbelhaus. Na ja, das sollte auch zum zweiten Versuch nichts werden. Das Möbelhaus schliesst 18 Uhr. Also die nächste Verabredung für Dienstag. Dieses Mal fuhren wir alle gemeinsam hin. Normalerweise wären wir ohne zeitliche Probleme dort angekommen, aber der Verkehr ist in den letzten fünf Wochen hier unnormal stark angestiegen. Wir fuhren fast im Schritttempo zum Möbelhaus und kamen 20 Minuten vor Feierabend dort an. Schnell in den zweiten Stock gerannt. In beiden Geschäften Bescheid gegeben damit sie ihre Zettel ausfüllen konnten. Dann ging Morrison mit Markus und zwei weiteren Verkäufern bezahlen. Sie kamen und kamen nicht zurück. Gefühlte zwanzig Minuten später kamen sie mit einem großen und einen kleineren Paket zurück. Die Geschichte dazu: Wir hatten genau das Geld für die Couch und den Couchtisch einstecken. Auf die Couch gab es Rabatt. Als Markus bezahlen wollte, wollten sie den Gesamtpreis ohne Rabatt. Das hatte Markus natürlich nicht einstecken. Also bezahlte er zuerst die Couch, bekam dann den Rabattbetrag ausgezahlt und konnte dann den Tisch bezahlen. Als Nächstes bekam er sein Rabattgeschenk, einen Staubsauger und dann musste er an einer Tombola teilnehmen. Er musste 8 Tischtennisbälle ziehen. Er bekam einen kleinen Karton überreicht. Darin waren ca. 9 Maßbänder. Auf jeden Fall muss sich jemand dort schon Teile rausgenommen haben, weil insgesamt ca. 15 Stück reingepasst haben. Gestern habe ich hier 8 Maßbänder verschenkt.

Nun sind wir gespannt, ob alles pünktlich geliefert wird und freuen uns auf den Umzug in unser Heim für die nächsten zwei Jahre.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Die Zeit verfliegt zu schnell...

...und leider habe ich es erst heute geschafft die letzten Fotos hoch zu laden.

Das Wochenende in Hongkong war schon cool. Die Stadt ist sehenswert, aber ich bin auch froh nicht mit Lisa dort gewesen zu sein. Es ist alles sauber und der Verkehr ist geordnet, aber es sind unglaublich viele Menschen auf der Straße und die Bürgersteige sind sehr schmal. Wettertechnisch hatten wir nicht so richtig viel Glück. Es war jeden Tag bewölkt und hat immer mal geregnet, aber bei 30 Grad ist das ertragbar. Abgekühlt hat es sich durch den Regen nicht.

Die Anreise nach Hongkong war ein bißchen beschwerlich. Wir sind aus Kostengründen nur bis nach Shenzen geflogen. Von dort aus sollte ein Bus nach Hongkong Island fahren. Ja, tut er auch, das man aber aussteigen muss, aus der VR China ausreisen muss und dann in Hongkong einreisen muss, war mir nicht so richtig bewußt und ich fand das umständlich. Vor allem weil man auch sein Gepäck mit aus dem Bus nehmen musste. Mit kleinem Handgepäck war das Ganze nicht schlimm, aber mit Lisa möchte ich das so nicht tun. Fast vier Stunden haben wir wegen viel Betrieb am "Grenzübergang" und wegen viel Verkehr bis zum Hotel gebraucht. Das Hotel liegt im Herzen von Hongkong am Viktoria Park. Super Lage. Am ersten Tag sind wir zum Peak hoch. Dort hatten wir Sichtweiten unter 10 Meter. Das Klima war wirklich wie in einer Dampfsauna. Am zweiten Tag haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht. Dabei war auch eine Überfahrt nach Hongkong Kowloon. Sollte man schon mal gemacht haben, weil man dann die Skyline von Hongkong Island bewundern kann. Am zweiten Abend sind wir natürlich auch noch die längste Rolltreppe der Welt gefahren. Die genauen technischen Daten weiß ich jetzt leider nicht, aber sie ist ca. 800 m lang und gefühlt, fährt man ewig. Sie verbindet die Stadtteile auf Meereshöhe mit den höher gelegenen. Abends fährt sie aufwärts und morgens fährt sie abwärts. Genial. Am Rande der Rolltreppe findet man viele Bars, Cafes und Restaurants. Man kann wirklich viel entdecken in der Stadt. Aber man braucht viel Zeit, Ausdauer und gute Füße.

Nun habe ich Hongkong gesehen und das reicht. Nach Hongkong muss man nur, wenn man Power-Shopping machen will. Die Dichte an Einkaufsmalls ist der Wahnsinn. Man bekommt so ziemlich jedes bekannte Brand von der ganzen Welt. Die chinesischen Frauen schleppen dort Einkaufstüten durch die Stadt, dass ist unfassbar.

Ich fand es toll, dass ich dort wieder so normal war. Es sind sehr viele Ausländer dort und fast alle verstehen Englisch. Außerdem gibt es eine sehr hohe Starbucks-Dichte :-)

Mittwoch, 9. Juni 2010

Rückblick aufs Wochende

So richtig viel gibt es vom Wochenende nicht zu berichten. Am Samstagmorgen sind wir in den Süden, Richtung Flughafen gefahren und haben uns das Haus eines Kollegen angeschaut. Das Haus steht in so einer Art Compaund. Viele kleine und größere Einfamilienhäuser in einer umzäunten Anlage mit Clubhaus und Einkaufsmöglichkeit. Die Anlage ist zwar ziemlich weit draußen, aber es ist schön Grün dort und die Luft ist im Vergleich zur Stadt fantastisch. Das Häuschen ist auch ganz nett und wir könnten uns einen zweijährigen Aufenthalt dort vorstellen. Mal sehen, ob es klappt.


Danach habe ich mich mit Jochen getroffen. Er hatte einen Termin mit einer Maklerin. Er sucht ein Apartment und wir haben uns 5 Stück angeschaut. Die konnten unterschiedlicher nicht sein. Vom totalen Kitsch, über chinesische Wohnanlage hin zu nett eingerichteter westlicher Wohnanlage. Die Entscheidung war nicht schwer. Jochen wäre gern in die chinesische Wohnanlage gezogen. Die Wohnung war auch wirklich schön, aber die Anlage war etwas abgelegen. Deswegen hat er sich notgedrungen für die Anlage in der Stadt mit 24h Rezeption entschlossen. Gute Entscheidung. Nach unserer Massage sind wir dann am Samstagabend noch in den Biergarten gegangen. Das war wirklich erstaunlich schön. Der liegt zwar direkt an einem Kreisverkehr mit 5 Fahrbahnen, aber trotzdem war die Lärmbelästigung erträglich. Ich habe das Gefühl wir sind schon abgehärtet. Wir haben dort ein leckeres Guinness getrunken und Grillsachen vom Buffet gegessen.

Am Sonntag sind wir am Nachmittag wieder nach Orchard Menor gefahren. Markus Chef wohnt dort und wir waren zum Grillen eingeladen. Die W. wohnen dort in einem Häuschen auf einem mittelgroßen, schönen Grundstück. Das Haus steht an einem kleinen Hang und hat einen schönen Rasen mit alten Bäumen. Lisa hat sich die Schuhe ausgezogen und ist dort den Berg hoch und runter gerannt. Sie war Glückseelig. Als wir abends heimfuhren war sie richtig dreckig und total fertig. Das war ein schöner Nachmittag für sie und hat uns in der Entscheidung bestärkt, dass wir da rausziehen müssen. Lisa muss raus. Dort können wir einen Sandkasten, eine Schaukel und ein Planschbecken hinstellen.

Auf dem Heimweg bin ich dann zum ersten Mal selber gefahren. Es ist wahnsinnig anstrengend gewesen. Ich habe immer nur rundum geschaut und gehofft, dass keiner der anderen Fahrer einfach die Spur wechselt und mich schneidet. Vor dem Hotel mussten wir dann feststellen, dass sie die ganze Straße frisch geteert und abgesperrt hatten. Wir konnten nicht so ohne Weiteres in die Tiefgarage fahren. Aber wohin mit dem Auto. Ich fuhr eine Ehrenrunde und diskutierte mit Markus. Dann entschied ich, dass Markus die Pylonen wegräumt und ich entgegen der Fahrbahn zur Einfahrt fahre. Gesagt, getan. Kein Problem :-)

Freitag, 4. Juni 2010

Freitag, der 04.06.2010

Rückblickend auf die Woche ist nicht viel passiert. Am Dienstag war Kindertag und der wird hier richtig celebriert. Die Ayi, Mr. Morrison, unser Chinesischlehrer, Mr. Lee, unserer Fahrer und die Gewerkschaft haben Lisa ein Geschenk gemacht. Das ist wirklich verrückt. Lisa hat sich natürlich riesig gefreut.

Am Mittwoch war ich zum Spatenstich im neuen Werk eingeladen. Die Einladungen waren im ersten Wurf nur für die kurzen Kurzzeichen, die mit Krawatte und so, aber Peter L. wollte dann doch noch ein bißchen "Volk" mit dabei haben. Deshalb hat er dann noch an ein paar Expats eine Einladung geschrieben. Das hat dann wiederrum ein paar Chefs ein wenig irritiert. Egal, ich fand es toll dabei sein zu dürfen. Das Ganze ging genau eine dreiviertel Stunde. Ein paar hohe Vertreter, wie der Brilliance-Chef, der Bürgermeister und weitere haben immer ca. zwei Minuten gesprochen. Außerdem hat unser Dr. Reithofer gesprochen. Es gab einen Drachentanz und ein gemeinsamer Spatenstich sowie ein Gruppenfoto. Das war alles. Danach kam unserer Werksleiter auf uns zu und meinte "Na los. Und jetzt wieder an die Arbeit.". Dazu sage ich jetzt mal nichts weiter.

Gestern abend war ich mit Jochen noch auf ein Bier im Biergarten. Der ist direkt hinter unserem Hotel. Auf einem relativ großen Platz haben sie mehrere Tische aufgestellt und man kann sich an mehreren Ständen Essen, Grillspieße, Muscheln, Süßkram und Getränke kaufen. Für chinesische Verhältnisse ist das wirklich ganz nett. Das Einzige was wirklich nervt, ist die Beschallung. Die Musik war teilweise so laut, dass man sich nicht unterhalten konnte. Gegen 22 Uhr haben sie die Lautstärke aber glücklicherweise etwas herunter gedreht. Dort werden wir wohl noch einige Abende verbringen.